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ÖV-Korridor Stadlau-Aspern-Eßling-Groß Enzersdorf
 

Die räumliche Entwicklungskonzeption für Wien sieht für den Raum Stadlau - Aspern - Eßling - (Groß Enzersdorf) eine städtebauliche Verdichtung entlang der B 3 in Verbindung mit der Bildung bzw. Aufwertung von Zentren vor. Diese angestrebte Entwicklung erfordert ein leistungsfähiges öffentliches Verkehrssystem, um den Zielen des Wiener Verkehrskonzeptes und des Verkehrskonzepts Nordostraum Wien entsprechen zu können. Mit dem Planungs- bzw. Baubeginn für die Verlängerung der U2 wurden bereits wesentliche Weichenstellungen für eine zukunftsgerechte Stadtentwicklung in diesem Raum getroffen.

Im August 2000 hat die Magistratsabteilung 18 eine verkehrswirtschaftliche Studie "ÖV-Korridor Stadlau-Aspern-Eßling-Groß Enzersdorf" an die Fa TRAFICO beauftragt, um eine wirkungsvolle Erschließung dieses Raumes mit öffentlichen Verkehrsmitteln mit Anbindung an die geplante U2 in Aspern zu erreichen. Weiters enthält die Studie Sofortmaßnahmen für die Ertüchtigung des bestehenden Bussystemes, wie dies auch von der überparteilichen Bürgerinitiative für schnelle Autobusse in der Donaustadt gefordert wird. Schreiben dieser Bürgerinitiative an den Landeshauptmann von Niederösterreich und den zuständigen Stadtrat in Wien im März 2000 haben zu einer abgestimmten Vorgangsweise bei der Abwicklung der Untersuchung im Rahmen der PGO und zu einer Mitfinanzierung des Amtes der NÖ Landesregierung - (Abt. RU7) geführt.

Die Arbeit wurde als moderiertes Planungsverfahren unter Mitwirkung von Vertretern des 22. Bezirkes, des VOR, Bürger-Vertetungen aus Wien und Niederösterreich, Wiener Linien, MA 18, MA 19, MA 21C, MA 28, MA 46 und NÖ-RU7 abgewickelt.

Die sehr gute Zusammenarbeit ergab Sofortmaßnahmen zur Beschleunigung der Buslinie 26A (Teil 1 - Sofortmaßnahmen 26A, Endbericht, 2. Juli 2001). Für die Umsetzung erfolgte bereits eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit (Veranstaltungen in Groß Enzersdorf sowie in Eßling und eine Ausstellung). Dieses Programm kann schrittweise realisiert werden und führt gesamt zu einer Fahrtzeitverkürzung von bis zu 8min.

Der Teil 2 dieser Untersuchung wurde als ein mehrstufiges Auswahlverfahren konzipiert. Neben den verkehrsplanerischen, betrieblichen und technischen Aspekten wurden auch wirtschaftliche und städtebauliche Gesichtspunkte sowie Fragen der Umsetzung bewertet. Schließlich gelangten drei Systeme, nämlich Bus, Straßenbahn und Cable-Liner, in die engere Auswahl und wurden vertiefend untersucht. Dabei konnten durch Einsatz eines Verkehrsmodells das Zusammenspiel des jeweiligen Verkehrssystems mit dem übrigen ÖV-Netz getestet werden.

Von den in die engere Auswahl gekommenen Optionen kann die Verlängerung der Straßenbahn von der gegenwärtigen Endstelle Aspern nach Eßling empfohlen werden, wenn die ambitionierte Nutzung der daraus resultierenden städtebaulichen Perspektiven und Anknüpfungspunkte (Stadtentwicklung, Stadtgestaltung, Achsenbildung) gewollt und möglich ist. In diesem Fall können allfällige Modal-Split Verlagerungen auch in wirtschaftlicher Hinsicht die Verlängerung der Straßenbahn im Vergleich zum Busbetrieb konkurrenzfähig machen.

Die Modellrechnungen haben weiters gezeigt, dass für eine tangentiale ÖV-Verbindung zwischen dem 21. und 22. Bezirk - "Donau-Tangente" - ein ausreichendes Fahrgastpotenzial besteht. Aufgrund der daraus resultierenden Linienlänge sind entsprechende betriebliche Vorkehrungen (eigener Gleiskörper, Bevorrangung, Betriebsleitsystem) zur Gewährung eines zuverlässigen Betriebes zu treffen.

Die Verlängerung der Straßenbahn nach Groß-Enzersdorf wird aus wirtschaftlichen Gründen derzeit nicht empfohlen. Die Verknüpfung mit der Region wird vielmehr in einer dem Fahrgastpotenzial dieser Region angepassten Angebotsplanung einer Verbesserung der Anbindung an die U2 Endhaltestelle "Aspernstraße" im Bereich der Regionalbusse (Vertaktung und Systematisierung bei geringen Mehrkosten) gesehen.

Ebenso kann die Umstellung des ÖV-Korridors auf reinen Busbetrieb nicht bzw. nur unter großen Einschränkungen empfohlen werden, da ein Buskorridor bereits nach 2010 keine Leistungsreserven mehr aufweist. Den eingangs genannten Entwicklungszielen der Stadt- und Bezirksplanung könnte in diesem Fall nicht Rechnung getragen werden und es würde diese Konzeption im Widerspruch zu längerfristigen wirtschaftlichen Aspekten der Verlängerung der U2 in diesen Stadtteil stehen.
Zur Gewährung eines reibungslosen Betriebes der abschnittsweise hoch belasteten Buslinie wären weitreichende betriebliche Vorkehrungen (z.B. eigene, leistungsfähige Bustrasse) zu treffen. In diesem Planfall entfällt die Straßenbahn zwischen Kagran und Aspern, das ÖV-Netz wäre somit im Bearbeitungsgebiet als U-Bahn/Busnetz konzipiert.

Da sowohl die Straßenbahn als auch ein allfälliger Buskorridor weitgehend auf eigenen Trassen zu führen und an Lichtsignalanlagen gegenüber dem Individualverkehr zu bevorrangen sein werden, ist abschnittsweise von Veränderungen der Leistungsfähigkeit im angrenzenden Straßennetz auszugehen. Dies setzt in Anbetracht der, insbesondere aufgrund der angestrebten städtebaulichen Entwicklungen zu erwartenden, Verkehrszunahmen auch im Autoverkehr begleitende Maßnahmen im Straßennetz voraus (aus Sicht der Stadtplanung ist die Errichtung der B 3d anzustreben).

Abbildungen der Planungsvarianten

 
Aufgabenstellung, Projektentwicklung
Eine im Rahmen der PGO (Auftrag der Stadt Wien MA 18 an TRAFICO, finanzielle Mitbeteiligung des Landes Niederösterreich Abt. RU7) erstellte Studie „ÖV-Korridor Stadlau-Aspern-Eßling-Gr.Enzersdorf“ lieferte gemein-same Empfehlungen für Sofortmaßnahmen, zur Einrichtung eines Buskorridors. Die baulichen Maßnahmen konnten bereits in den Sommermonaten 2002 verwirklicht werden. Der Buskorridor ist an Werktagen in der Frühspitze stadteinwärts und in der Nachmittagspitze stadtauswärts wirksam.
Eine „Bürgerinitiative für schnelle Autobusse in der Donaustadt“ in Kooperation mit der Stadtgemeinde Groß Enzersdorf unterstützt diese Maßnahmen, von der insbesondere auch die Beschleunigung und der verstärkte Einsatz der Regionalbusse gefordert wird.

PGO-Gesprächsrunde
Im Oktober 2002 startete dazu in der PGO eine Gesprächsrunde mit Vertretern der Verkehrsplanungen der Län-der, des VOR, der Österreichischen Postbus AG – Verkehrsleitung Wien/NÖ-Ost, der Wiener Linien und der Re-gionalmanagerin Wien Nord-Ost, die den verbesserten Einsatz der Postbuslinie 1002 (Kagran – Orth/Donau – Hainburg/Donau) zum Ziel hat.

Vorliegende Ergebnisse:
Mitbenützung der Vorteile der städtischen Buslinie 26A (Kagran-U1 – Groß Enzersdorf Busbahnhof)
Berücksichtigung beim Umbau der Busspuren in Kagran (Maßnahmen im Zuge der U1-Verlängerung); Einladung Postbus zu Gesprächen unter Federführung MA 28).
Vorbereitung und Abschluss eines Vertrages Postbus/Wiener Linien betreffend Ostbahn-Unterführung Stadlau, damit Postbus 1002 wie Bus 26A die Schienentrasse und Umsteigestation zur S 80 benutzen kann.
Die neu eingesetzten Postbusse haben nun die elektronische Einrichtungen, um VLSA - Regelungen im gesamten Korridor nutzen zu können.
Zur Beschleunigung des 26A wurden in den Stationen Gunther Straße (Stadtgrenze), Englisch-Feld Gasse, Podla-hagasse und Seefeldergasse Buskaps errichtet. Der Postbus 1002 bedient diese Stationen nicht, kann aber hier auch nicht überholen und ist somit auch nicht schneller als der 26A fahren. Fahrplananpassungen sind wegen der kurzen Intervalle des 26a in den maßgeblichen Spitzenzeiten nicht möglich.
Die Regionalmanagerin berichtet über Forderungen aus Bürgerforen:
Die Verlängerung der Postbuslinie 1002 zur U6. VOR und Postbus stellen fest, dass diese völlig unwirtschaftlich ist. Mit der Verlängerung der U2 (2009 verkehrswirksam) wird eher eine Kürzung der Postbuslinie erwartet (also auch die U1 wird dann nicht mehr angefahren).
Zusätzliche Kurse in der Frühspitze sind hingegen ein legitimer Wunsch, vor allem auch hinsichtlich der zu erwar-tenden weiteren Siedlungsentwicklung in dieser Region und dem Ziel „Verbesserung des Modal Split zugunsten des ÖV“.

Stand 2003